ABSOLUT II in Amsterdam: Leipzigs Strategie für autonomes Fahren im ÖPNV
27.05.2026
Auf der AV-Conference in Amsterdam präsentieren die LVB, wie Leipzig mit ABSOLUT II, Flexa und Technischer Aufsicht den ÖPNV der Zukunft gestaltet.
Wie kann autonomes Fahren im ÖPNV helfen, Mobilität nachhaltiger, leistungsfähiger und inklusiver zu gestalten? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Vortrags von Manuel Meyer, Projektmanager Automatisiertes Fahren bei den Leipziger Verkehrsbetrieben, auf der AV-Conference in Amsterdam.
Unter dem Titel „Leipzig’s strategy for autonomous driving in public transport“ stellte er den integrierten Ansatz der LVB vor: Autonomes Fahren wird dabei nicht als Einzeltechnologie betrachtet, sondern als Teil eines Gesamtsystems aus Hochleistungs-ÖPNV, On-Demand-Verkehr, Kundenschnittstelle, Leitstelle, Infrastruktur und Technischer Aufsicht.
Ein zentraler Punkt war der Blick auf internationale Entwicklungen. Während autonome Mobilität in den USA und China bereits in Teilen operativ eingesetzt wird, verfolgt Leipzig mit ABSOLUT II einen klar ÖPNV-orientierten Ansatz. Autonomes Fahren soll vor allem dort Mehrwert schaffen, wo klassische Linienangebote wirtschaftlich und betrieblich an Grenzen stoßen, insbesondere in Stadtrandgebieten und perspektivisch auch im ländlichen Raum.
Mit ABSOLUT und ABSOLUT II entsteht schrittweise ein Gesamtsystem für automatisierten und künftig fahrerlosen öffentlichen Verkehr. Im Fokus von ABSOLUT II steht dabei der Fernzugriff auf das Fahrzeug über eine Technische Aufsicht in der Leitstelle. Sie bildet eine zentrale Voraussetzung, um autonome Shuttle künftig ohne Sicherheitsfahrpersonal im Fahrzeug betreiben und wirtschaftlich skalieren zu können.
Eine wichtige Rolle spielt dabei Flexa, das etablierte On-Demand-Angebot der Leipziger Verkehrsbetriebe. Die Perspektive lautet: Flexa wird autonom. Durch die Verbindung von On-Demand-Plattform, Leitstelle, Technischer Aufsicht, Fahrzeugtechnologie und öffentlicher Infrastruktur kann ein skalierbares Modell für flexible Mobilität entstehen.
Der Vortrag zeigte außerdem, dass fahrerloser ÖPNV nicht nur technische Lösungen braucht. Auch neue Rollen, Prozesse und Kompetenzen im Verkehrsbetrieb werden erforderlich. Von der Technischen Aufsicht über Fahrzeug- und Fahrgastfunktionen bis hin zu Daten-, System- und Schnittstellenmanagement.
Die AV-Conference bot den passenden Rahmen, um Leipzigs Ansatz mit internationalem Fachpublikum aus Verkehrsbetrieben, Industrie, Forschung und öffentlicher Hand zu diskutieren. ABSOLUT II machte dabei deutlich: Autonomes Fahren im ÖPNV ist mehr als ein Pilotprojekt. Es ist ein strategischer Baustein für eine integrierte, gemeinwohlorientierte und zukunftsfähige Mobilität.