Leitstelle der Zukunft: Workshop zur Technischen Aufsicht im Autonomen ÖPNV
19.06.2026
Wer überwacht die Shuttles von morgen? Im Betriebshof Angerbrücke der LVB kamen Fachleute aus Forschung, Praxis und Berufsbildung zusammen, um genau darüber zu diskutieren.
Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben im Rahmen des Projekts ABSOLUT II zu einem Workshop über die Technische Aufsicht (TA) in den Betriebshof Angerbrücke eingeladen. Ziel war es, eine von der Technischen Universität Dresden (Institut für Berufspädagogik und Berufliche Didaktiken) auf Basis von Fachgesprächen entwickelte Kompetenzmatrix gemeinsam zu diskutieren und zu validieren.
Die Kompetenzmatrix beschreibt systematisch, welche Tätigkeiten, Anforderungen und Kompetenzbereiche die neue Rolle der Technischen Aufsicht umfasst und ist damit ein zentrales Instrument für die künftige Qualifizierung von Mitarbeitenden für den Bereich Autonomes Fahren im ÖPNV.
Breite Expertise am Tisch
Der Workshop brachte Vertretende aus genau den Bereichen zusammen, die für die Umsetzung des Autonomen Fahrens im Verkehrsbetrieb relevant sind. Die Projektleitung sowie Mitarbeitende der Leitstelle und der Personal- und Weiterbildungsabteilung der LVB, die Technische Universität Dresden, BitCtrl Systems GmbH, das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM), der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sowie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).
Fachbeiträge als Grundlage
Vor dem eigentlichen Workshop gab es eine Führung durch die Verkehrsleitstelle der LVB sowie fünf Fachbeiträge, die den gemeinsamen Rahmen absteckten:
- Manuel Meyer (LVB) stellte das Projekt ABSOLUT II und die Strategie der LVB vor.
- Timon Plass (IKEM) ordnete die rechtlichen Grundlagen der AFGBV ein.
- Tobias Scheuer (BitCtrl) präsentierte die Software und den Arbeitsplatz der Technischen Aufsicht.
- Jan Brandstetter (VDV) teilte Ergebnisse aus der VDV-Arbeitsgruppe zu Rollen und Personal.
- Johanna Telieps (BIBB) gab Einblicke in die Zuständigkeiten und Strukturen der Berufsbildung.
Workshop: Kompetenzen gemeinsam bewerten
Im Kern des Workshops stand eine ganzheitliche Betrachtung der Kompetenzen, die eine Technische Aufsicht mitbringen muss. Entlang der vier Dimensionen Wissen, Fertigkeiten, Sozialkompetenz und Selbstständigkeit wurden die einzelnen Anforderungen diskutiert, bewertet und den entsprechenden DQR-Stufen zugeordnet.
Das Ergebnis: eine validierte Grundlage, auf der aufgebaut werden kann für die Entwicklung konkreter Qualifizierungsangebote, für Recruiting-Profile und für die Ausgestaltung zukünftiger Ausbildungswege im autonomen ÖPNV.
Warum dieser Workshop wichtig war
Autonomes Fahren im öffentlichen Verkehr ist keine rein technische Frage. Es braucht Menschen, die neue Aufgaben professionell übernehmen können und Strukturen, die diese Qualifizierung ermöglichen. Der Workshop hat gezeigt, was entsteht, wenn die richtigen Beteiligten aus Technik, Recht, Betrieb und Berufsbildung zusammenkommen. Es braucht ein gemeinsames Verständnis davon, welche Kompetenzen die Mobilität von morgen fordert.